25 September 2008

3. Bericht - Anfang in YIP

Viele Wege führen nach YIP! Manche der 40 Teilnehmer aus 16 verschiedenen Ländern kommen von der anderen Seite der Welt, Neuseeland, andere aus Palästina, wieder andere aus Südafrika oder Peru, auch Schweden ist vertreten und natürlich Europa mit Schweiz, Deutschland, Belgien, Holland, Finnland, Island, Irrland, Norwegen. Wir alle sind einen Weg gegangen. Mein Weg ging von unserer Haustür mit dem Fahrrad über Worms, Fulda, Göttingen, Hannover, Celle nach Rostock und von Rostock über Trälleborg und Växjö nach Järna.
Diese zwei Wochen habe ich auf meinem Weg alleine verbracht und konnte mich ganz stark auf das Jetzt und die Orte konzentrieren.


Das Jahr hier in YIP begann mit einer Reihe von Lagerfeuerabenden! Das Thema der ersten zwei Wochen war ein Craftvillage zu bauen und uns bei der praktischen Arbeit kennenzulernen. Wir werden das ganze Jahr über die Möglichkeit haben, mit Holz zu werken, zu schmieden, auch plastizieren ist möglich oder steinmetzen.
Die Woche darauf war das Thema Portfolio. Sehr trocken für so einen Anfang aber sehr passend, da wir so eine Methode haben, das Jahr für uns zu dokumentieren. In dieser Woche haben wir mehrere Rundtouren gemacht in die Umgebung Järnas. Es gibt hier sehr viele Unternehmen, die mit sozialen Ideen und Zielen arbeiten und jeder dieser Plätze gibt uns das Angebot mitzuarbeiten (community engagement). Diese Woche war für mich nicht einfach, da ich nicht zufrieden damit, diese Orte einfach zu besuchen. Ich wollte voll getroffen und inspiriert sein und Lust haben, sofort mit den Arbeiten anzufangen...Ich glaube das war die grösste Herausforderung in den ersten Wochen, dass ich hier war und an jedem Ort hier (sei es unser Garten, sei es das Meer, die Ekobanken oder sogar unsere Galerie...) eine Chance und Möglichkeit sah, aber nicht von ihr inspiriert war. Das war hart (ist immer noch so), denn nach so viel Vorbereitung auf YIP und so viel Vorfreude und inneren Bildern, an dem Ort jetzt selbst zu stehen und keinen Ruf zu spühren, war nicht einfach. Ich glaube es hat etwas damit zu tun, dass ich nun in der Realität stehe und alle Visionen und inneren Bilder umsetzen muss, um das "exitment" auch hier vor Ort zu empfinden. Ich bin also wirklich noch ganz am Anfang: Ort kennen lernen, Verbindungen schaffen, Menschen treffen und kleine Schritte, Miniinitiativen starten...Das wird noch eine ganze Weile so gehen, das ist gut!
Die vierte Woche war das Thema Food and Nutrition; für mich ging es darin hauptsächlich um die Schönheit der Nahrung und das Wie beim Essen. Es war eine spannende Herangehensweise an das Thema, denn wir schauten uns Salatblätter an, anstatt Tabellen der Substanzen zu studieren. Nachmittags wurde zusammen gekocht. Heute hatten wir eine Arbeitsgruppe zum Wochenreview. Es war spannend wie verschieden wir an das Thema herangehen und wie gut wir diese Verschiedenheiten zusammenbringen konnten. Das Wochenende werde ich mit Ausruhen verbringen und Vorbereitung auf die Woche mit Orland Bishop! Er arbeitet mit uns an dem Thema Mentoring und ich glaube es wird sehr intensiv für unsere Gruppe, da er ganz stark mit Gruppenprozessen arbeitet. Seine Arbeit in Los Angeles basiert auf dem Mentorsein für Gangmitglieder und führende Gewalttätige. Er scheint damit sehr erfolgreich zu sein.
Während meiner Reise hierher war ich sehr klar und glücklich und konnte einfacher auf Begegnungen eingehen und Kontakt halten, da ich nicht so mit mir beschäftigt war. Jetzt bin ich wieder in einem inneren Kampf, wie ich es bisher immer war bevor ich wieder finden konnte. Heute hatten wir den Gedanken, dass der Mensch die Welt schafft durch Dialog, also durch das Zusammenbringen von verschiedenen kleinen "Einzelwelten". Wir nahmen das Beispiel der Buchstaben: Wenn sie alleine stehen und nicht zusammengebracht werden haben sie keinen Sinn.

R
O E
N G
A

Wenn wir sie aber zusammenbringen entsteht ein Bedeutung, es entsteht ein Welt.

ORANGE

In meinem Leben bis jetzt hatte ich immer Zeiten von Krisen und Zeiten ohne dem Gefühl von Sinn. Und dann wieder Zeiten von grosser Bedeutung und Sinn, und dem Gefühl, das alles zusammen passt und ich ein Teil eines Ganzen bin. Mal kommt alles was ich gelernt habe, was ich bin, was ich suche, was ich weiss und nicht weiss, was ich liebe, was für mich da ist, was lange Gegensatz schien, was sinnlos war, zusammen und wird eine Welt.
A beautiful orange.
Wenn ich aber in der "Krise" bin, fällt die Welt auseinander. Da ich sehr frei von Äusserem bin, bleibt dann nicht viel bis nichts übrig, woran ich glauben und festhalten könnte. Alles was in mir als Erfahrung, Wissen, Glaube, Sicherheit, Wunsch, Vision war und zusammen gehörte und klar war, fällt auseinander. Sogar meine Ideen in "Zukunft Jetzt" werden bezweifelt und scheinen sinnlos. Die grosse Frage entsteht: Was ist der Sinn?

Und genau in dieser Krise bin ich gerade wieder. Aber ich kann aus Erfahrung heraus gespannt sein, was danach kommt, was für eine Welt ich schaffen werde. (Auch bei der Jahresarbeit brauchte ich eine Zeit des Suchens, um auf Eigenes zu kommen.)


Es fällt mir gerade schwer die Kontakte zu halten, weil auch die Welten, die uns verbinden, auseinander fallen. Hier ist aber ein Versuch Euch zu zeigen was ich mache.

Ganz liebe Grüsse aus Schweden,

Philip

30 Juli 2008

Zwischen Bericht - Abschluss Irland, Start nach YIP

Liebe Freunde,

Seit ca. drei Wochen bin ich aus Irland zurück und in Mannheim. Die Arbeit auf dem Camphill habe ich gut abgeschlossen. Rückblickend kann ich sagen, dass ich dort genau das umsetzen konnte, was ich mir vorgenommen und gewünscht habe: ich habe eine soziale Arbeit geleistet und die wertvolle Erfahrung gemacht, dass die Arbeit mit dem Menschen sehr "filegran" und vielschichtig ist. Ausserdem spreche ich jetzt fliessend englisch und bin damit auf YIP bestens vorbereitet. Neben dem was ich geplant habe kamen aber auch zahlreiche neue Dinge und Angebote auf mich zu. Es war eine gute Zeit.
Den Weg zurück habe ich auf ungewöhnliche Weise bereist. Denn ich wollte mir Zeit geben und die Möglichkeit haben intensiv und erlebend nach Hause zu kommen. So habe ich eine Reise über Nord Irland, England und durch Deutschland gemacht. Auch das war für mich etwas Besonderes ("langsam reisen hat den Vorteil, dass die Seele miterleben kann").
In der Zeit hier in Mannheim hatte ich einiges für den Auslandsaufenthalt vorzubereiten.
Jetzt in drei tagen (1. August) geht es los mit dem Fahrrad nach Schweden. Für die Tour nehme ich mir ca. drei Wochen; ab Rostock treffe ich drei Freunde die den Rest mit nach Schweden fahren. Auch hier will ich wieder langsam reisen und mich Stück für Stück, Baum für Baum, Landstrich für Landstrich nach Norden kämfpen... I move to sweden!

YIP und das Jahr wird in mir immer präsenter und ich freu' mich sehr!!! Ich höre immer mehr von Leuten die auch dort hingehen und bin unheimlich gespannt wen ich treffe und mit wem ich in diesem Jahr zusammen arbeiten werde.

Der finanzielle Teil des Projekts ist abgeschlossen. Die Arbeit auf dem Camphill und die Teilnahme bei YIP wurde mir ermöglicht! Vielen Dank! Es ist ein besonderes Gefühl zu wissen, das mir Geld geschenkt wird, um mir möglich zu machen das zu tun, was ich als gut empfinde.
In der letzten Woche hatte ich besonders viele Gepräche mit anderen Jugendlichen über dieses Thema und über neue Einkommensmöglichkeiten. Es ist vielen von uns eine Frage, wie man es möglich macht eigenen Aufgaben zu folgen.


Jetzt bin ich gespannt auf die Tour und habe Zeit mich innerlich auf dieses grosse Jahr vorzubereiten.

Ich wünsche Euch und Ihnen Alles Gute,

Philip

25 April 2008

1. Bericht - Irland, Arbeit auf dem Camphill

Liebe Schenker, liebe Freunde und Bekannte, liebe Familie,

hier ist mein erster Bericht!
Zu allererst will ich Euch und Ihnen sagen, dass es mir gut geht und dass ich ein gutes Gefühl habe bei dem was ich hier tue, und, dass ich glaube einen guten Ort gefunden zu haben um das umzusetzen, was ich für diesen Abschnitt in "Zukunft Jetzt" gedacht habe!

Der Ort ist in vieler Hinsicht ein Treffer. Einerseits kann ich hier in einer leichten Athmosphäre und in Struktur mit den Menschen arbeiten und kann unter anderem lernen mich zur Verfügung zu stellen, und andererseits ist der Ort ein „Treffpunkt meiner Interessen“... ich finde vieles wieder was mit mir zu tun hat oder mit dem ich schon intensiven Kontakt hatte... landschaftlich, kulturell, künstlerisch. Sogar ist Route von "Zukunft Jetzt" durch die Wanderung der Kälten verbunden (Deutschland, Irland, Schweden)...ich finde Tag für Tag etwas Neues!

Das Projekt „Zukunft Jetzt“ ist in 4 Phasen gegliedert: Projektentstehung und Vorbereitung, Arbeit auf dem Camphill, die ProjektTour und die Teilnahme bei YIP. Die 1. Phase ist das Ergebnis einer langen Suche, die konkreter wurde nach dem Abitur, als ich mich auf den Weg machte einen Ort zu finden an dem ich mich frei entwickeln kann, und als der Wunsch auftauchte, mich auf etwas Kommendes vorzubereiten. Diese Phase habe ich mit dem Formulieren und Sortieren meiner Gedanken in dem Flyer abgeschlossen.
Jetzt bin ich in der 2. Phase: die Arbeit auf dem Camphill! Hier kann ich viel über mich selbst lernen, kann viel geben und YIP Vorbereiten durch die soziale Arbeit und das Englischlernen. Ich nehme einen grossen Unterschied wahr zwischen der Zeit der Projektentstehung und jetzt; ich war Denker, Finder, Suchender...jetzt arbeite ich praktisch, bin Tuender.

Ursprünglich war mein Ziel neben den Bericht auch Gedanken und Reflektion zu stellen. Da die Arbeit aber so intensiv ist und so viel Kraft und Zeit beansprucht, kann ich im Moment nur den Bericht geben. Das entpricht aber auch der momentanen Situation: ich bin im Tun und davon kann ich berichten!

Camphill Dingle ist eine Gemeinschaft für „ People with special needs“ im südwestlichsten Teil Irlands. Wir haben acht Zubetreuende, ca. zehn Co-Worker und fünf Angestellte. Ich selbst arbeite hier als Co-Worker und habe zwei Zubetreuende: Tomàs Ferriter from Balyferriter, er ist „Urire“ durch und durch, 38 Jahre und Shane from Cork, 23 Jahre. Meine Arbeit ist sehr vielseitig, da ich manchmal im Land, im Haushalt und am Wochenende bei Ausflügen mit den beiden arbeite. Unsere Arbeit in der kleinen Farm ist z. B. Kühe füttern, umgraben, Kartoffeln pflanzen oder Wege befästigen u.s.w. Im Haushalt und beim taglichen Leben braucht vorallem Tomàs bei allem Hilfe und Unterstützung (Aufstehen, Waschen, Anziehen, Mahlzeiten,...). Aber auch mit anderen arbeite ich, wie z. B. mit Racheal. Wir kochen mittwochs zusammen „her favorite meal“. Weil sie eine „very entousiastic person“ ist ist jede Mahlzeit jeden Tag „her favorite“...und ich bin „her godgesman“! Sie hat eine körperliche und geisige „Behinderung“ schafft aber vieles alleine.
Tomàs braucht wirklich bei allem Hilfe. Er ist träge und würde lange Zeit nichts tun, wenn er nicht immer wieder in Bewegung gebracht würde. Bei der Arbeit ist das „In-Bewegung-Bringen“ eine besondere Aufgabe, da er immer wieder wegläuft oder sich hinlegt und nichts tut. Auch beim Essen muss er begleitet werden. Ich bin immernoch am Herausfinden was er wie selbst managen kann! Und vorallem wie ich mit ihm am respektvollsten umgenhen kann! Er braucht noch für alles eine Motivation von einem anderen Menschen. Wir arbeiten zusammen hauptsächlich auf dem Land. Mit ihm kann gut körperliche Arbeit geleistet werden (besser als Feinmotorisches). Auch hier ist es schwer (aber möglich) ihn ins Tun zu bringen! Ich glaube er braucht klarere Abschnitte die er auf dem Feld bearbeiten soll. Ich werde ihm in Zukunft mehr Struktur geben. Tomàs liebt es auf den „Mard“ zu gehen (der lokale Kuhandel), die Apothekerin zu grüssen und dann auf „Fish and Chips“ im Dorfpub essen zu gehen.
Shane hat eine schwere Vergangenheit und einen anspruchsvollen Weg vor sich. Er ist eine tolle Person! Ihm helfe ich möglichst unscheinbar beim Erlernen von sozialen Fähigkeiten oder Verhaltensweisen. Ich bin mit ihm auch in einem freundschaftlichen Verhältnis (so gut es geht). Die Arbeit mit ihm ist ein Seiltanz. Auch er braucht viel Motivation von außen.

Meine Hauptaufgabe ist also den Menschen im täglichen Leben und bei der Arbeit zu Helfen, nicht nur praktisch, sondern auch so, dass sie sich weiterentwickeln können (vorallen in Shane sehe ich ein grosses Potential). Ausserdem abeite ich aber auch für die Community indem ich in der Landwirtschaft helfe oder koche und anderes. Bei allem versuche ich die Bewohner so viel wie möglich einzubeziehen!

Ich erlebe mich sehr bemüht und engagiert und komme an meine Grenzen (!) Das ist unglaublich anstrengend und ich werde dadurch viel lernen. Es ist eine tolle Erfahrung!
Bei der Begegnung mit den „people with special needs“ ist es mir wichtig – und das strebe ich an durch Körperarbeit (Joggen, körperliches Aufrichten, innerliches Aufrichen) -, dass ich diesen Menschen einen wohl zusammengesetzten Co-Worker zur Unterstützung geben kann.

Weiter geht’s...


Danke für Ihr/Euer Interess und die Mithilfe! Wenn Ihr und Sie Gedanken dazu habt bitte schreibt mir einfach! Ich bin gespannt...

Kontakt: zukunft.jetzt@gmail.com

24 März 2008

Neuster Stand

Ab jetzt kann diese Seite als Plattform dienen um von den Erfahrungen und Entwicklungen des Projektes und meinen persönlichen zu berichen.

Zurzeit arbeite ich viel an der finanziellen Unterstützung. Damit sind viele Fragen um das geschenkte Einkommen und vom Lohn getrennte Arbeit wichtige Themen, die in Gesprächen mit und über das Projekt bewegt werden.
Kann sich ein Einzelner Einkommen schenken lassen um einem persönlichen Impuls zu folgen?
Kann man heute schon Arbeit vom Einkommen trennen?
Was ist "vom Lohn getrennte Arbeit"?
Wie kann man Ideen in die Tat umsetzten?

Sobald Erfahrungen gesammelt sind und ich Gedanken formuliert habe, werden hier Berichte und Texte zu lesen sein!

Im Moment laufen die Vorbereitungen für die Arbeit in der Camphillgemeinschaft (Initiative für Behinderte Menschen, in Irland). Am 28. März werde ich dann meine Arbeit dort beginnen.
Dort werde ich auch geziehlt an meinem Englisch arbeiten um damit YIP vorzubereien.
ich bin gespannt!

Für Sie/Euch alles Gute!

01 März 2008

herzlich willkommen.

Hier entsteht in Kürze eine kleine Berichtsplattform zu Entwicklungen des Projektes "Zukunft Jetzt"