25 April 2008

1. Bericht - Irland, Arbeit auf dem Camphill

Liebe Schenker, liebe Freunde und Bekannte, liebe Familie,

hier ist mein erster Bericht!
Zu allererst will ich Euch und Ihnen sagen, dass es mir gut geht und dass ich ein gutes Gefühl habe bei dem was ich hier tue, und, dass ich glaube einen guten Ort gefunden zu haben um das umzusetzen, was ich für diesen Abschnitt in "Zukunft Jetzt" gedacht habe!

Der Ort ist in vieler Hinsicht ein Treffer. Einerseits kann ich hier in einer leichten Athmosphäre und in Struktur mit den Menschen arbeiten und kann unter anderem lernen mich zur Verfügung zu stellen, und andererseits ist der Ort ein „Treffpunkt meiner Interessen“... ich finde vieles wieder was mit mir zu tun hat oder mit dem ich schon intensiven Kontakt hatte... landschaftlich, kulturell, künstlerisch. Sogar ist Route von "Zukunft Jetzt" durch die Wanderung der Kälten verbunden (Deutschland, Irland, Schweden)...ich finde Tag für Tag etwas Neues!

Das Projekt „Zukunft Jetzt“ ist in 4 Phasen gegliedert: Projektentstehung und Vorbereitung, Arbeit auf dem Camphill, die ProjektTour und die Teilnahme bei YIP. Die 1. Phase ist das Ergebnis einer langen Suche, die konkreter wurde nach dem Abitur, als ich mich auf den Weg machte einen Ort zu finden an dem ich mich frei entwickeln kann, und als der Wunsch auftauchte, mich auf etwas Kommendes vorzubereiten. Diese Phase habe ich mit dem Formulieren und Sortieren meiner Gedanken in dem Flyer abgeschlossen.
Jetzt bin ich in der 2. Phase: die Arbeit auf dem Camphill! Hier kann ich viel über mich selbst lernen, kann viel geben und YIP Vorbereiten durch die soziale Arbeit und das Englischlernen. Ich nehme einen grossen Unterschied wahr zwischen der Zeit der Projektentstehung und jetzt; ich war Denker, Finder, Suchender...jetzt arbeite ich praktisch, bin Tuender.

Ursprünglich war mein Ziel neben den Bericht auch Gedanken und Reflektion zu stellen. Da die Arbeit aber so intensiv ist und so viel Kraft und Zeit beansprucht, kann ich im Moment nur den Bericht geben. Das entpricht aber auch der momentanen Situation: ich bin im Tun und davon kann ich berichten!

Camphill Dingle ist eine Gemeinschaft für „ People with special needs“ im südwestlichsten Teil Irlands. Wir haben acht Zubetreuende, ca. zehn Co-Worker und fünf Angestellte. Ich selbst arbeite hier als Co-Worker und habe zwei Zubetreuende: Tomàs Ferriter from Balyferriter, er ist „Urire“ durch und durch, 38 Jahre und Shane from Cork, 23 Jahre. Meine Arbeit ist sehr vielseitig, da ich manchmal im Land, im Haushalt und am Wochenende bei Ausflügen mit den beiden arbeite. Unsere Arbeit in der kleinen Farm ist z. B. Kühe füttern, umgraben, Kartoffeln pflanzen oder Wege befästigen u.s.w. Im Haushalt und beim taglichen Leben braucht vorallem Tomàs bei allem Hilfe und Unterstützung (Aufstehen, Waschen, Anziehen, Mahlzeiten,...). Aber auch mit anderen arbeite ich, wie z. B. mit Racheal. Wir kochen mittwochs zusammen „her favorite meal“. Weil sie eine „very entousiastic person“ ist ist jede Mahlzeit jeden Tag „her favorite“...und ich bin „her godgesman“! Sie hat eine körperliche und geisige „Behinderung“ schafft aber vieles alleine.
Tomàs braucht wirklich bei allem Hilfe. Er ist träge und würde lange Zeit nichts tun, wenn er nicht immer wieder in Bewegung gebracht würde. Bei der Arbeit ist das „In-Bewegung-Bringen“ eine besondere Aufgabe, da er immer wieder wegläuft oder sich hinlegt und nichts tut. Auch beim Essen muss er begleitet werden. Ich bin immernoch am Herausfinden was er wie selbst managen kann! Und vorallem wie ich mit ihm am respektvollsten umgenhen kann! Er braucht noch für alles eine Motivation von einem anderen Menschen. Wir arbeiten zusammen hauptsächlich auf dem Land. Mit ihm kann gut körperliche Arbeit geleistet werden (besser als Feinmotorisches). Auch hier ist es schwer (aber möglich) ihn ins Tun zu bringen! Ich glaube er braucht klarere Abschnitte die er auf dem Feld bearbeiten soll. Ich werde ihm in Zukunft mehr Struktur geben. Tomàs liebt es auf den „Mard“ zu gehen (der lokale Kuhandel), die Apothekerin zu grüssen und dann auf „Fish and Chips“ im Dorfpub essen zu gehen.
Shane hat eine schwere Vergangenheit und einen anspruchsvollen Weg vor sich. Er ist eine tolle Person! Ihm helfe ich möglichst unscheinbar beim Erlernen von sozialen Fähigkeiten oder Verhaltensweisen. Ich bin mit ihm auch in einem freundschaftlichen Verhältnis (so gut es geht). Die Arbeit mit ihm ist ein Seiltanz. Auch er braucht viel Motivation von außen.

Meine Hauptaufgabe ist also den Menschen im täglichen Leben und bei der Arbeit zu Helfen, nicht nur praktisch, sondern auch so, dass sie sich weiterentwickeln können (vorallen in Shane sehe ich ein grosses Potential). Ausserdem abeite ich aber auch für die Community indem ich in der Landwirtschaft helfe oder koche und anderes. Bei allem versuche ich die Bewohner so viel wie möglich einzubeziehen!

Ich erlebe mich sehr bemüht und engagiert und komme an meine Grenzen (!) Das ist unglaublich anstrengend und ich werde dadurch viel lernen. Es ist eine tolle Erfahrung!
Bei der Begegnung mit den „people with special needs“ ist es mir wichtig – und das strebe ich an durch Körperarbeit (Joggen, körperliches Aufrichten, innerliches Aufrichen) -, dass ich diesen Menschen einen wohl zusammengesetzten Co-Worker zur Unterstützung geben kann.

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Danke für Ihr/Euer Interess und die Mithilfe! Wenn Ihr und Sie Gedanken dazu habt bitte schreibt mir einfach! Ich bin gespannt...

Kontakt: zukunft.jetzt@gmail.com